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Khanat Hassar

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„Ungezähmt! Ungebeugt!“

Die Hassari sind ein Zusammenschluss unterschiedlicher Kulturen geeint unter dem Khan. Im Osten des Reiches finden sich die Al Hazar, ein stolzes Wüstenvolk mit ihren Oasen und Karavanen. In den nördlichen Bergen und den Steppen davor leben die Kashuud - Jäger, Reiter, Nomanden, mächtige Schamanen. Am großen See in der Mitte des Reiches die friedliebenden Purmukhi - Weber, Fischer und Heiler. Südlich des Sees liegt die Hauptstadt des Reiches, Ashgabad beherrscht von den mächtigen Hossir. Hier konzentrieren sich Macht und Intrigen des Khanats. Im Westen Hassars schützen die Kajyrakken die Grenzen des Reiches nach Ulshar, Tulenin und Kalden. Unerschrockene Krieger und durchtriebene Händler. Gemeinsam ist den Völkern Hassars das eherne Gesetz der Gastfreundschaft und der Glaube an die fünf Geister.

Lokation: Das stolze Volk der Hassari lebt im Nordosten von des Kontinentes und grenzt mit seiner Westseite an Ulshar und im Nordwesten an Kalden. Im Südwesten an Tulenin.

Besonderheit: Es gibt weder Magier noch Alchemisten. Den mystischen und religiösen Mittelpunkt bilden die Schamanen, deren Wirken sich aber stark von dem der Magier und Alchemisten anderer Reiche unterscheidet. Es gibt in den großen Städten aber durchaus Gelehrte, erneut mit Konzentration in der Hauptstadt Ashgabad. Wesen: Vom Wesen her sind Hassari üblicherweise recht diplomatisch.Sie bedienen sich blumiger Sprache. Höflichkeit und Gastfreundschaft sind den Hassari so heilig, wie die Geister und Ahnen.

Legitimation: Ursprünglich wurde der Khan von den Beys, den Stammesführern, aus ihren Reihen bestimmt. In der Vergangenheit war dies der Sohn oder direkte Verwandte des herrschenden Khans. Nachdem der letzte auf diese Weise bestimmte Khan Ark’hai und seine Familie auf ungeklärte Weise spurlos verschwanden, wurde durch die Schamanen der Willen der Geister offenbart und eine Frau namens Samathai zur Khana berufen. Durch die Hochzeit mit Öcal, Bey der Dogan und ihres kurz darauf folgenden Ablebens wurde ihr adoptierter Sohn Adnan – erneut durch den Willen der Geister – zum neuen Khan ernannt.

Hauptstadt: Ashgabad

Staatsform: Die Hassari werden von dem Khan bzw. der Khana beherrscht

Staatsoberhaupt: Adnan Khan - Sohn von Öcal, Bey der Dogan

(Text vorlesen lassen mp3/ ogg)

Aus den gesammelten Reisetagebüchern des Umberto Soranzo, reisender Händler und Erbe des Soranzo Vermögens, Aquilia:

Heute wurde ich eines Besseren belehrt, liebes Tagebuch. Einen Umstand, den ich sonst suche zu vermeiden, da er einen Fehler oder ein Fehldenken meiner Person vorauszusetzen neigt. Diese meine innere Zurechtweisung durch eine Geschichte, wie sie nur das Leben in Lethe zu schreiben vermag, nahm ihren Lauf in den weiten Steppen des Khanat Hassar.

Neben den ertragreichen und in ihrer Reinheit unübertroffenen Bernsteinen dieses wundersamen Landes, führte mich auch der Profit verheißende Geruch des vielgelobten Salzes in das weite Khanat. In meiner Reisegesellschaft befand sich neben Musikern und khaldenschen Feinschmieden auch ein junger Ritter aus Tulenin, gekleidet in sattem Grün und eine prunkvolle Klinge am Geheft. Mein liebes Tagebuch, ich sollte nicht lachen, doch bei unserer ersten Begegnung hätte ich es beinahe getan, bevor ich des Standes des vor mir stehenden Jünglings gewahr wurde. Ich überragte ihn beinahe um einen ganzen Kopf, wo ich doch selbst dazu neige, mich eher gedrungen zu nennen!

Auch den jungen Recken zog es in die Steppen des Khanats um einen Handel abzuschließen, denn die hünenhaften Pferde seiner Heimat und seine von den Göttern so vorgesehene Körpergröße harmonierten nicht, wie es den berittenen Lanzenträgern seiner Heimat für gewöhnlich nachgesagt wird. So ersuchte er sich künftigen Turnieren zu Ehren von König und Fürst mit einem der berühmten Pferde des Khanat Hassar zu stellen. Auch wenn er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, welches Abenteuer da auf ihn lauern würde, meine Zweifel an seinem Plan standen mir wohl in deutlichen Lettern auf die Stirn geschrieben. Ich sprach ihm, so gut mir die höfliche Schauspielerei es erlaubte, guten Mut zu. Die Hassari, liebes Tagebuch, tragen im Wappenspruch Ungezähmt, ungebeugt und man neigt als verängstigter Normalsterblicher dazu, sie, ohne sie zu kennen, als Barbaren zu sehen. Doch weit gefehlt, aber dazu später mehr.

Ich ging also meinen Geschäften nach, mit übermäßigem Erfolg, wie ich stolz anmerken darf, als es mich auf der Suche nach einem besonderen rosafarbenen Salz ins Hinterland der Steppen verschlug, weit hinter der wundersamen und exotischen Stadt Ashrabat, deren Herrlichkeit und Glanz zu beschreiben, mir die Zunge fehlt. Lass mich nur sagen, wie sehr mein Herz und Auge hoffen, diese Stadt, ihre goldenen Kuppeln und tausendfarbigen Märkte noch viele Male schauen zu dürfen! Das Hinterland also, mit seinen prachtvollen Kuppelzelten und seinen satten Weiden. Ein solch malerisches Land kann nur, nein, muss als ungebeugt bezeichnet werden. Mich wundert es nicht mehr, wenn ein so karges und doch so lebendiges Land auch einen Schlag Menschen hervorbringt, dem dieser Geist durch die Adern fließt.

Dort traf ich auch besagten Ritter wieder, der in seinem feinen, grünen Linnengewand auf einer Koppel saß, einige Schritte entfernt, einen prachtvollen Hengst im Augenwinkel. Liebes Tagebuch, natürlich habe ich erst später erfahren, dass es sich bei dem Pferd um einen Hengst handelte und nicht um eine Stute, was ja durchaus möglich gewesen wäre. In der plötzlichen Erkenntnis bestärkt, der arme Herr Ritter hätte wohl kein Geschäft abschließen können und nun den Verstand verloren, wollte ich zu ihm auf die Koppel eilen! Eine ältere Dame hielt mich erschreckend kräftig davon zurück, die Weide zu betreten. Sie erklärte mir ruhig, dass dies Teil ihres möglichen Verkaufs sei. Das Pferd suche sich seinen Reiter selbst aus und dieser Herr Ritter wäre wohl gern der Reiter des schwarzen Teufels, der dort auf der Weide genüsslich graste.

Ein solches Schauspiel konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, in den Salons daheim werden mir die Ohren nur so zufliegen, wenn ich sie zum Besten geben werde! Der Recke lauerte, nein, wartete nun schon 2 Tage und Nächte, ein Zaumzeug neben ihm im Gras liegend. Er muss fürchterlichen Hunger gehabt haben, doch der Apfel, der neben ihm rot schimmernd lag, war wohl für den Hengst gedacht. Am Abend des dritten Tages begann es zu gewittern, liebes Tagebuch, das habe ich noch nie gesehen: Die Wolken türmten sich schwarz, höher als die Berge am Horizont und ein Donnern schallte über das Land, als würden 1000 Geisterrösser über den Himmel galoppieren! Der Regen fiel kurz darauf in derart dicken Tropfen auf uns herab, es hätten genauso gut Fäden aus Wasser sein können, die sich den Weg zur Erde suchten!

Und dann geschah das Wunder, liebes Tagebuch, dessen Erinnerungen mir fortan ein ganz besonderer Schatz sein sollen: Der Hengst trabte doch tatsächlich zum jungen Ritter und bot ihm mit seinem stämmigen Körper Schutz vor dem Unwetter! Ich traute meinen Augen nicht, wohl ganz wie der Recke, der erst Augenblicke später blind nach dem Apfel tastete, ihn aus dem nassen Gras emporhob und dem Hengst entgegenhielt, der ihn mit wenigen Bissen verschlang.

Die alte Hassari lächelte zufrieden und ich konnte nicht anders, als es ihr gleichzutun und mich aus tiefstem Herzen für Reiter und Ross zu freuen, die von diesem Moment an, und da übertreibe ich nicht, sich wohl nie wieder trennen würden.

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